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3 Fakten über künstliche Intelligenz - KI

Geschrieben von Artjom Wismann am 03.05.19 15:21
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Der Begriff "Künstliche Intelligenz", abgekürzt KI, wird heutzutage häufig verwendet. Neue Services oder Produkte werden mit dieser neuen Technologie ausgestattet und versprechen einen Mehrwert für Unternehmen aber auch Verbraucher. Aber was versteht man unter KI? Gibt es nur die eine "KI"?
In diesem Artikel erläutern wir kurz die verschiedenen Arten von KI und gehen auf den aktuellen Reifegrad dieser Technologie ein.

1. Aktuell existiert die schwache KI

Künstliche Intelligenz wird grundsätzlich unterteilt in starke und schwache KI. Während schwache künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz schon heute in Teilbereichen erreicht, wäre eine starke künstliche Intelligenz in allen Bereichen auf dem mindestens gleichen Niveau wie das menschliche Gehirn.

Schwache KI

Als schwache künstliche Intelligenz werden Systeme bezeichnet, die sich auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme fokussieren. Die Problemlösung erfolgt hierbei auf Basis von Methoden der Mathematik und Informatik, die speziell für die jeweiligen Anforderungen entwickelt werden. Das daraus resultierende System ist in der Lage, sich selbst zu optimieren.

Schwache KI-Systeme funktionieren auf einem oberflächlichen Intelligenz-Level und erlangen kein tieferes Verständnis für die Problemlösung. Schwache KI ist vor allem auf die Erfüllung klar definierter Aufgaben ausgerichtet und variiert die Herangehensweise an Probleme nicht. Stattdessen greift die schwache KI auf Methoden zurück, die ihr für die Problemlösung zur Verfügung gestellt werden.

Schwache künstliche Intelligenz wird bereits in vielen Bereichen des Alltäglichen Lebens eingesetzt. Zum Beispiel für:

- Zeichen & Texterkennung
- Bilderkennung
- Spracherkennung
- Automatisierte Übersetzung
- Navigationssysteme

Besonders starkes Wachstum gibt es derzeit bei intelligenten Chatbots, die den Kundensupport übernehmen. Im Business wird die Buchhaltung durch schwache künstliche Intelligenz automatisiert und optimiert, ebenso wie der Posteingang und das Backoffice.

Starke KI

Das Ziel einer starken KI ist es, die gleichen Fertigkeiten von Menschen zu erlangen oder zu übertreffen. Eine starke künstliche Intelligenz handelt nicht mehr nur reaktiv, sondern auch aus eigenem Antrieb.

Stand heute ist es noch nicht gelungen, eine starke künstliche Intelligenz zu entwickeln. Und auch die Diskussion, ob die Entwicklung einer solchen Intelligenz überhaupt möglich ist, hält immer noch weiter an. Die Mehrheit der Experten ist sich mittlerweile aber einig darüber, dass starke KI entwickelt wird. Man ist sich jedoch nicht einige darüber, wann dies geschehen wird. Eine Zeitspanne von 20 bis 40 Jahren gilt jedoch als realistisch.

Folgende Eigenschaften hat eine starke künstliche Intelligenz:
1. Logisches Denkvermögen
2. Entscheidungsfähigkeit
3. Lernfähigkeit
4. Kommunikation in natürlicher Sprache

Die Frage, ob starke KI ein eigenes Bewusstsein erlangen kann und welche Rolle Empathie, Selbstkenntnis, Gedächtnis und Weisheit in Verbindung mit den vier genannten Eigenschaften spielen, bleibt offen. Es ist aktuell ein Rätsel, ob eine Superintelligenz keine wirkliche Empathie besitzen wird, sondern diese lediglich zur schnelleren oder besseren Zielerreichung simulieren könnte.

2. Künstliche Intelligenz ist ein Überbegriff

Künstliche Intelligenz setzt sich aus verschiedenen Disziplinen zusammen.

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Machine Learning

Machine Learning ist ein Bestandteil der künstlichen Intelligenz. Computerprogramme die auf Machine Learning basieren, können mit Hilfe von Algorithmen eigenständig Lösungen für neue und unbekannte Probleme finden. Maschinelles Lernen kommt häufig beim Online Marketing und bei der Webanalyse zum Einsatz.

Deep Learning

Deep Learning ist eine spezielle Methode der Informationsverarbeitung und ein Teilbereich von Machine Learning, das große Datenmengen zur Entscheidungsfindung nutzt. Die Lernmethoden orientieren sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns, das ebenfalls aus miteinander verschalteten Neuronen besteht. Diese Bauweise ermöglicht, auf Basis neuer Informationen, das Erlernte immer wieder mit neuen Inhalten zu verknüpfen und zu erweitern. Daraus resultierend ist die Software in der Lage, Prognosen oder Entscheidungen zu treffen.

NLP (Natural Language Processing)

NLP, das etwa mit "Verarbeitung natürlicher Sprache" übersetzt werden kann, ist ein ziemlich altes Forschungsgebiet innerhalb der Erforschung der Schnittstelle Mensch-Maschine und kann erst seit einigen Jahren unter dem Oberbegriff maschinelles Lernen zusammen gefasst werden.

Erst die Methoden des maschinellen Lernens beschleunigten die Entwicklung des NLP, zu deren wichtigsten Aufgaben die optische Zeichenerkennung, Übersetzungen zwischen Sprachen, die automatische Beantwortung von Fragen und Spracherkennung zählen.

3. Zukunft der künstlichen Intelligenz

Bisher wird die künstliche Intelligenz vor allem von den digitalen Konzernen wie zum Beispiel Google, Amazon oder Uber angewendet. Ihre Geschäftsmodelle basieren auf enormen Datenmengen, die von Menschen allein niemals in der Art und Weise genutzt werden könnten.

Aktuell nutzen nur 12 Prozent der weltweiten Unternehmen KI-Anwendungen. Gründe dafür sind unter anderem, dass die Technologie noch zu teuer oder der Nutzen bisher zu gering ist. Das Ganze wird sich aber schnell verändern. Beinah alle Software-Giganten arbeiten derzeit an kostengünstigen Lösungen für KI-Anwendungen. Das geschieht zum Beispiel durch Cloud-basierte Apps, mit denen die Verwendung für den einzelnen Nutzer einfacher wird, die Anschaffungskosten sinken und die potentiellen Anwendungsbereiche stetig zunehmen. Ein entsprechender Use-Case wird in dem Webinar "What's next for RPA - RPA 2.0 - Intelligente Automatisierung mit KI" erläutert.

Künstliche Intelligenz weckt aber auch eine große Angst bei den Menschen. Ersetzt mich die KI und raubt sie mir meine Existenz? Viele haben Angst durch Roboter ersetzt zu werden.
Doch wie alle Veränderungen in der Geschichte braucht es einige Zeit, um ein generelles Verständnis für neue Technologien zu entwickeln.

Künstliche Intelligenz bringt sowohl Gefahren als auch ein enormes Nutzungspotenzial mit sich. Richtig eingesetzt, kann sie Freund, nicht Feind werden. Denn kreative und strategische Aufgaben wird die Technologie auf absehbare Zeit nicht auf menschlichem Niveau übernehmen können. Und vielleicht werden wir mit der Zunahme der künstlichen Intelligenz auch soziale Tätigkeiten, die menschliche Zuwendung erfordert, wieder wichtiger. Wichtig ist, das wir offen für die Technologie sind und sie für uns positiv Nutzen.

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Geschrieben von Artjom Wismann
Artjom Wismann ist bei der QUANTO als Senior Consultant beschäftigt. Er berät Unternehmen aus verschiedensten Branchen im Bereich Customer Communication and Outputmanagement. Seine Schwerpunkte sind agiles Projektmanagement, Formularentwicklung mit StreamServe, StreamServe Schulungen und Workshops, Prozessanalyse und Testmanagement.
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